Ein gesegnetes fest – Ramadan ade

Eine Abschiedspredigt von Ibn al-Ǧawzī

Ramadan ade

Ramadan ade – eine Abschiedspredigt

Übersetzt von Dawud Mitterhuber

 

Überlieferungskette des Übersetzers

Es lehrte uns ʿAbdulḥakīm ibn Muḥammad ibn al-ʾAnīs von ʿAbdulkarīm ibn Ḥammādī ad-Dabbān at-Tikrītī al-Baġdādī,[1] von Dāwūd ibn Salmān at-Tikrītī,[2] von ʿAbdussalām ibn Saʿīd aš-Šawwāf al-Baġdādī,[3] vom Tafsirgelehrten ʾAbū aṯ-Ṯanāʾ Maḥmūd ibn ʿAbdillāh al-ʾAlūsī al-Baġdādī,[4] vom Hadithgelerten des Iraks ʾAbū al-Maʿālī ʿAliyy ibn Muḥammad Saʿīd al-ʿAbbāsī al-Baġdādī, bekannt als as-Suwaydī,[5] von seinem Vater Muḥammad Saʿīd, vom hanafitischen Fiqhgelehrten ʿAbdulġanī an-Nābulsī,[6] vom größten Hadithsammler Naǧmuddīn Muḥammad ibn Badriddīn Muḥammad al-Ġazzī al-ʿĀmirī ad-Dimašqī aš-Šāfiʿī,[7] von seinem Vater, dem Hadithsammler der Levante Badruddīn al-Ġazzī,[8] vom Kadi und Ḥāfiẓ ʾIbrāhīm ibn ʿAliyy ibn ʾAḥmad al-Qalqašandī al-Qāhirī aš-Šāfiʿī,[9] von Šihābuddīn ʾAbū al-ʿAbbās ʾAḥmad ibn Muḥammad ibn ʾAbī Bakr al-Maqdisī al-Qāhirī, bekannt als al-Wāsiṭī,[10] von ʾAbū al-Fatḥ Ṣadruddīn Muḥammad ibn Muḥammad ibn ʾIbrāhīm al-Maydūmī,[11] vom Hadithsammler Ägyptens ʾAbū al-Faraǧ Naǧībuddīn ʿAbdullaṭīf ibn ʿAbdilmunʿim ibn ʿAliyy ibn Naṣr ibn aṣ-Ṣaqīl al-Ḥarrānī al-Ḥanbalī[12] vom Imam und Prediger ʾAbū al-Faraǧ ʿAbdurraḥmān ibn ʿAliyy al-Baġdādī, bekannt als Ibn al-Ǧawzī:[13]

Vorwort

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Das Lob ist Allahs, den man durch Seine Zeichen erkennt, der der Schöpfung den Weg benennt und der in Seinem Wort stets die Wahrheit bekennt. Ihn huldigen jauchzend die Stimmen, die Wolken, wenn ihr die Wasser entrinnen, die Gewässer, wenn sie schweigen und tosend entrinnen, und die Herzen, wenn sie die Not ertragen und sinnen. Er erhob den Himmel empor, brachte die Erde eben hervor, festigte sie mit Bergen an allen Enden zuvor und das Wissen über jedes Ereignis in ihren entlegensten Winkeln gelangt zu Ihm empor. „Er weiß, was in die Erde gelangt und aus ihr entweicht, was vom Himmel herab und in ihm emporsteigt.“[14]

Ich lobpreise Ihn für Seine vollkommene Gnade und danke ihm für seine umfängliche Güte, an Ihn glaube ich aufrichtig allein. Ich bekenne, dass Seine Gnadenerweise unzählbar sind.

Und ich bezeuge, dass es nichts Verehrungswürdiges außer Allah allein gibt, der ohne Teilhaber ist, ein Bekenntnis, dessen Licht offenbar und dessen Beweis klar ist. Die Rechtleitung erhellte den Himmel, wer sich zu ihr bekennt, der ist ausgezeichnet und geehrt.

Und ich bezeuge, dass unser Fürst Muḥammad Allahs Diener und Gesandter ist, den Er entsandte, als die Wahrheit verblichen, das Korrekte entwichen und der Aberglaube mächtig war. Und so schlug er den Aberglauben mit der klaren Wahrheit und wies die Finsternisse der Ignoranz mit dem Wissen des Lichts in ihre Schranken.

Möge Allah ihn, seine Familie und Gefährten in Ehren halten, solange die Zeit besteht, und seinen Gefährten ʾAbū Bakr aṣ-Ṣiddīq für seine bereitwillige Standhaftigkeit in der Prüfung, der am Tag des Abfalls vom Glauben ein Fels in der Brandung war, ihm wurde der Rang des Gefährten in der Höhle zuteil, wer soll ihm dies streitig machen?

Und ehre Allah den strengen ʿUmar ibn al-Ḫaṭṭāb, der am Tag von Badr richtig lag, wegen seinem Streben nach Keuschheit offenbarte Allah den Hidschab. Er festigte die Sunna mit seinem gerechten System förderte ihr Gedeihen.

Und ehre Allah ʿUṯmān ibn ʿAffān, den Märtyrer im eigenen Haus, der in den frühen Morgenstunden im Gebet stand, fastend verzichtete auf manchen Schmaus, sich aufrichtig gedenkend dem Herrn zuwandt, und den Koran in reiner Schrift einband.

Und ehre Allah ʿAliyy ibn ʾAbī Ṭālib den gelehrten Asketen, der stets um die Verheißung gebeten, er vereinte Wissen, Taten und Martyrium und ergründete tiefstes Wissen.

Und ehre, würdige und erhöhe Allah des Propheten reine Frauen und alle, die ihm folgen und auf aufrichtige Taten und reine Herzen bauen, solange die Sonne zwischen Osten und Westen zieht und die Sterne klar am Himmel scheinen.

Rat

Diener Allahs!

Sinn über Allahs glorreiches Buch nach, denn es leitet euch zur Vernunft. Seid geistesgegenwärtig, um die Verheißung und Warnung zu begreifen, gehorcht stets eurem Herrn, um als Diener zu reifen. Und hütet euch vor Seinem Zorn, wie viele Hochmütige brachte Er zu Fall! „Der Griff deines Herrn ist heftig, und er beginnt und wiederholt (die Schöpfung) mächtig. Und Er ist der Verzeihende und Liebende, der Inhaber des glorreichen Throns, Er tut stets, was Er will.“[15]

Wo sind die Erbauer der Paläste? Wo sind der ehedem über die Menschen Herrschenden und Mächtigen Reste? Er dachte wohl in seiner Unwissenheit, er sei für die Ewigkeit. Weit gefehlt, das Rad der Geschichte wiederholt sich erneut! Trinkt den Todeskelch, der sich eurem Ende erfreut! „Überforderte Uns denn die erste Schöpfung? Vielmehr sind sie sich über die erneute Schöpfung im Unklaren.“[16]

O du, dein Heute und Gestern sei dir eine Lehre, Mond und Sonne erzählen vom Wechsel der Jahre, Kind, Bruder und Frau sind dir schon entfloh‘n, doch er lechzt eifrig nach Sünden, wo seine Kerkerketten bereits droh‘n! „Wir erschufen gewiss den Menschen und wissen, was ihm sein Ego einflüstert. Und Wir sind ihm näher als seine Herzschlagader!“[17]

Weißt du denn nicht, dass man dich einst über die Zeit wird befragen? Dass Zeugen dich begleiten, am Tag, da deine Glieder gegen dich aussagen? Es ist bekannt, was du für das Jenseits vollbracht hast in jenen aktiven Tagen, man wird dich über jeden Schritt und jedes Wort  befragen, „wenn die beiden Schreiber (Engel) zur Rechten und der Linken sitzen“[18]

Du siehst mit eigenen Augen lehrreiche Momente, hörst mit deinen Ohren predigende Worte, der Warner klopft schon an deiner Pforte, gezählt sind schon seine Worte „er sagt kein einziges Wort, dem nicht genaue Beobachter beiwohnen.“[19]

Als träfe dich der Tod wie der Schlag, den keiner mit allem Besitz zwischen Ost und West zu vertreiben vermag, nun bereust du nach dem Verlust jeden vergeudeten Tag, und ärgerst dich, das Wichtigste ignoriert zu haben, wo doch das Jenseits Vorrecht hat „und da kommt der Todesrausch mit wahrer Macht, das ist es, was du zu vertuschen gedacht!“[20]

Dann zogst du vom Genuss in den Verdruss, auf der hölzernen Bare ins Klare, nun bist du für Ewigkeiten allein, gefangen im Gebein, „Und dann wird in die Posaune gestoßen, das ist der verheißene Tag!“[21]

Dann wird derjenige die Körper wiederherstellen, der sie einst hat erschaffen, Er wird in Seiner Allmacht alle verstreuten Glieder zusammraffen, und wird in die Posaune stoßen lassen, „und es kommt jede Seele herbei, bei ihr ein Führer und ein Zeuge.“[22]

Da fliehen sie vor dir:der Bruder, der dich nicht mehr kennt, der Freund, der dich ignoriert und vor dir wegrennt, der geliebte Gefährte für den dein Herz erbrennt! Nun stehst du vor Schrecken, die Furcht erwecken, vergisst deine Kinder und Frauen, was soll‘s noch bezwecken? „Unachtsam warest du auf dies, nun nahmen wir dir deine Hüll‘ ab und heut‘ ist scharf dein Auge.“[23]

Tränen der Reue und der Not rinnen, die Eingeweide zerreißen vor Verzweiflung von innen, die Flammen der Hölle lodern für die Leugner auf, sie sind von Sinnen, der Sünder findet weder Unterschlupf noch Entrinnen, „Spricht sein Gesell: Das war bei mir zu haben!“[24]

Sodann werden dem Diener seine Taten gerecht vergolten, der nun reuende Sünder wird für seine Vergehen gescholten, die Lider weinen Blut, keiner kann sie halten, und dann lässt der Herr die Sünder einbehalten: „Ihr beiden, werft in die Hölle jeden hartnäckigen Leugner!“[25]

Sogleich eilen die Höllenwärter zu den Leugnern herbei, nehmen sie grob fort, ihre Herzen entzwei! Das Feuer tobt wie der zornige Löwe in der Keilerei, die Hölle saugt sie ein, nun ist es mit dem Stolz vorbei! „Der neben Gott macht‘ andere Götter. Werft in die strenge Pein ihn!“[26]

Sodann wird der jähe Höllenpfad aufgespannt, schreckensstille Herzen starren, sie haben die Waage der Taten erkannt, nun ist der Streit zwischen Händler und Käufer über alles Erdenkliche entbrannt: „Spricht sein Gesell: O Herr, ich hab‘ ihn nicht verführt, er selber war in weiter Irre.“[27]

Da sagt der erhabene Herr: Kein Aufschub mehr hier! Die Entscheidung über jeden Zwist obliegt nun Mir! Unterdrückter, der gerechte Ausgleich kommt nun zu dir! „Doch Er spricht: Rechtet nicht vor mir! Ich gab zuvor euch mein Verheiß.“[28]

Habe Ich euch nicht zuvor gewarnt, und vor euch die Folgen der Sünden enttarnt? Habe Ich euch nicht geheißen, mit den Verbrechen zu brechen, und erfuhrt ihr denn nicht zuvor über diesen Tag mein Versprechen? „Gewechselt wird bei mir das Wort nicht. Und Unrecht thu‘ ich nicht den Knechten.“[29]

O Schrecken, der du mir zugewandt, du raubst selbst dem Weisen den Verstand, die Sinne schwinden und die Blicke sind gebannt, „Des Tags wo wir zur Hölle sagen: Bist du voll? Und sie sagt: Gibts noch mehr?“[30]

An jenem Tag werden die Heuchler klagen, die Herzen der zum Guten Verholfenen höher schlagen, verschont sind die Aufrichtigen von Plagen, den im Guten Wetteifernden wird der Sieg eingetragen und die Frevler müssen das über ihnen aufgescheitete Feuer ertragen. „Und das Paradies rückt den Gottesfürchtigen näher, es ist nicht mehr weit!“[31]

O Fehltritt der Sünder, nun gibt es kein Versteck! O Fürsten der Aufrichtigen, bereit ist das Gedeck, wenn sie einen Paradiesgarten betreten, der von außen erquickt, ja, welches Licht der Betrachter im Innern erblickt! „Ihnen steht darin zu, was sie begehren, und Wir halten noch mehr bereit!“[32]

Bedenkt, Diener Allahs! Beide Scharen unterscheidet das sinnende Herz, ihnen fehlte bei Gesundheit der Drang zum guten Herz. Die Gelüste vergehen, nun bleibt nur der Schmerz! „Darin ist gewiss eine Ermahnung für den, der ein Herz hat, Gehör schenkt und anwesend ist!“[33]

 

Abschied

Diener Allahs!

Der Monat Ramadan ist nun vorbei, sein eben noch schönes Gebilde entzwei, als ob er euch verlassen und aufgebrochen sei. Er ist ein Zeuge für Fromme und gegen Leute der Frevlerei, doch wo ist die Trauer um den Verreisten, ist‘s euch einerlei? Hat er euch nicht gesagt, dass er bald scheiden muss? Wo ist nun die Trauer um den Verschiedenen, wo der Verdruss?

Wie schön war das Fasten und die wachen Nächte! Wie rein waren die Stunden weitab der schandhaften Mächte! Wie schön das Flehen in der Nacht und in der Morgenstund‘! Wie weich waren die Herzen, als der Koran beschäftigte den Mund!

Wie hell waren die tiefsten Nächte! Ach, wo ist nun der, der seine Pflichten und Sunnas einhielt, und der das Fasten achtete und sich von der Versuchung fernhielt? Wo ist nun, wer seine Zeit einteilte, wer sich innerlich und äußerlich heilte, wer zur Pforte der Reue eilte.

Du Glücklicher, den Allah fest annahm und belohnt, sei froh, wenn dich der Herr vor Seiner Strafe schont! Glücklich ist, wen Er für Seine Pforte auserlesen, stolz kannst du sein, wenn Er dich stets Sein Buch ließ lesen! Also streng dich in diesem seligen Monat auch die letzten Tage an!

Wehe dir, wenn dir die Frommen voraus sind und die Eifrigen erlöst, und du dich nicht von deinem Kissen löst! Wehe, wenn dich dieser Monat verlässt, und du nicht von deiner schlechten Gewohnheit ablässt! Wo ist deine Reue um Versäumtes und die Trauer um den, der dich verlässt?

Meine Geschwister!

Bald ist dieser Monat nun zu Ende, vergeblich hofft manch einer, dass er seinesgleichen fände! Verabschiedet euch mit Seufzen und Tränen und beichtet ihm eure Trauer und das Sehnen, Ramadan, vielmals Ade, das Scheiden tut im Herzen weh! Ade, Monat der leuchtenden Moscheen! Ade, Monat voll Gedenken und Flehen! Ade, Monat voll reichem Lohn! Ade, Monat der asketischen Hingabe Thron! Ade, wir vermissen dich sehr! Ade, ach wenn noch Zeit für dich wär!

Ade, Monat der leuchtenden Girlanden, wo sich die Leute zum Tarawih einfanden! Ade, Monat des besten Handels! Ade, Monat der Vergebung und des schönen Wandels! Ade, Monat des Abstands von allem Bösen! Ach könnt ich doch all das Gute in dir einlösen!

Werden deine Tage uns noch mal erblicken? Wüssten wir doch, wer von uns verdammt ist und wer sich im Jenseits wird erquicken! Wüssten wir nur gewiss, ob du für uns am Tag der Abrechnung einstehst! Wie schade, sel‘ger Monat, dass du von uns gehst! Wie vermiss ich schon die reinen Seelen und aufrichtigen Niederwerfungen zwischen den Stelen! Ade, Ramadan, Scheiden tut weh!

Allah erbarme sich dem, der die letzten Stunden zur Erlösung nützt, seine Zeit einteilt und nicht untätig versitzt! Erbarme dich dem, der sich auf die eigene Reise mit aufrichtigen Taten vorbereitet und Ihm huldigt, sich den restlichen Monat für seine Müßigkeit entschuldigt und eine Lehre aus denen zieht, die auf diesen Monat hofften und vor ihm verstarben!

Doch nun muss mancher im Feuer seiner trügerischen Hoffnungen darben. Wo sind die, die letzten Sommer noch bei euch waren? Sie traf das Schicksal, dann lagen sie auf Baren. Nun sind sie allein in der Gruft mit ihren Taten, von all ihrem Geld blieben nur Öl und Laken. Bei Allah, er verließ seine Liebsten und das Heim, nun liegt er in der Grube und fällt der Reue anheim! Was nützt nun das einstige Raffen und Gaffen? Er wünscht sich sehnlich: „Wär ich doch wieder erschaffen!“

Für gute Taten ist nun keine Zeit, warnte dich nicht jemand: „Halt dich bereit!“ Doch er begriff nicht und überhörte in Gier den Rat allzeit. Wach auf, schau dich um, wie ist‘s um dich bestellt! Gib acht, dass der Ramadan dir nicht deine Sünde vorhält! Packe Proviant für deine Reise, damit dir nicht das Jenseits entfällt. Sei bereit für den Tod, ehe wir dich waschen und tragen und die Gefangenen gefesselt vor dem Ächzen der Hölle verzagen, stehst nun in deinem Schweiß voll Jammern und Klagen!

 

Bittgebet

O Allah, halte unseren Fürsten Muḥammad in Ehren und mögest Du seiner Familie Heil gewähren! Heile unsere Wunden der Trauer über den verschiedenen Monat durch Dein Vergeben! Beschere uns reichlich mit Deiner Zufriedenheit allwegen! Gewähre uns Ehrfurcht vor Dir, die uns davon abhält, uns gegen dich zu erheben! Erquicke uns in Deiner Güte mit Deinem Segen! Und beraube uns nicht wegen Deiner Gaben Deines gütigen Regen!

O Allah, halte unseren Fürsten Muḥammad in Ehren und mögest Du seiner Familie Heil gewähren! Ermögliche uns gute Taten vor dem Ableben, lass uns vor dem Ende nach dem Ausgleich der Fehltritte streben, gib uns ein, uns vor dem Tod auf den Tod vorzubereiten!

Errette uns am Tag, wo es über den Höllenpfad geht und die Tränen fließen! Erbarme Dich unser, wenn wir die Reise von den Lebenden zu den Toten bestreiten, uns die Schicksalsschläge in den Grabschacht hinabbegleiten und uns im Finstern der Erde unsere absonderlichen Eigenschaften bloßstellen!

Bescher uns reichlich mit Gaben für an Dich gerichtete Gebete! Entlohne uns für unsere Enthaltsamkeit von Begierden beim Fasten, und lass uns am Tag der Demut keine Schmach anlasten, wenn uns‘re Glieder uns mit unseren Taten belasten! Erhöre uns‘re rechtschaffenen Gebete und tilge unsere Schritte zur Schande!

Gewähr uns im Diesseits den Genuss des Flehens in der Still‘ und im Jenseits die Freude auf die Verschonung vor Unbill! Lass uns Gutes erreichen, wo selbst unsere Hoffnung versagt, wenn der Ruf zwischen beiden Scharen ertönt und das Herz der Sünder verzagt! „Wie meinen denn, die da verübten Böses, daß wir sie halten werden wie die glaubten und das Gute thaten […]?“[34]

O Allah, lass uns auf Dich bauen und Dir unseren Bedarf anvertrauen, lass uns vor Dir stehen und Dich anflehen, bei Dir unser Leid klagen! O Allah, reinige unsere Herzen vom Schmutz, gewähre uns vor dem Übel der Dschinn und der Menschen Schutz und mach‘ unserer Gräber zur Trutz! Erbarme Dich unser! Ließest Du uns doch den bitteren Kelch trinken!

O Allah, richte uns und unsere Herrscher, und verbanne unsere Teufelshäscher! Vergib uns uns‘re Sünden in Deiner Gnade, erleuchte unsere Herzen in Deiner Güte! Mach unsere Preise erschwinglich und den Regen reichlich! Lass die besten von uns über uns herrschen und verschone uns vor den schlimmen Menschen! Tilge unsere Schulden in deiner Güte, o Allah, lass uns in allem nach der Rechtleitung handeln immerda!

Erbarme Dich unserer Toten und lass uns handeln nach Deinen Geboten! Erhöre unser Flehen, lass unsere Versorgung reichlich bestehen und verbessere unser Benehmen! Lass keine unserer Sünden unbereut, keine Schulden ungetilgt, erbarme Dich unserer Toten, errette uns aus unseren Nöten! Erleichtere uns der Prüfung Los, stelle unsere Missetaten nicht bloß!

Beschere jeden Bittenden, hilf jedem Studierenden, bewahre jeden Wissenden, halte ab jeden Neidenden, hole zu uns jeden Vermissten, heile jeden Kranken, stehe bei jedem Darbenden, erhöre jeden Dich Bittenden, führe jeden Unwissenden, stehe bei jedem sich Bemühenden, bezwinge jeden feindlich Gesinnten, sichere unsere Wege und Stege! Hilf jedem, der sich um das Rechte bemüht, vor jedem Tyrannen uns behüt‘! Leite jeden Sünder zum Besten, gewähre dem Gehorsamen sichere Festen und erwecke jeden achtlosen Dreisten!

O Allah, segne mit diesem Gebet uns‘re Eltern, Kinder, Anwesenden und Abwesenden! Und gib uns, worum wir dich bitten, und gewähre uns, was wir vergaßen zu erwähnen! Lass uns alles Gute zukommen, was unsere Taten versäumten und wir uns nicht einmal erträumten! Erhör‘ unsere Bitten, Allergnädigster! „Überhaben ist dein Herr, der Herr der Würde, über alles, was sie Ihm zuschreiben! Und Friede sei mit den Gesandten! Und der Lobpreis gebührt Allah, dem Herrn der Geschöpfe!“[35]

Und möge Allah unseren Fürsten Muḥammad in Ehren halten und ihm Heil gewähren sowie seinen Angehörigen und all seinen Gefährten

 

[1] 1328–1413 n. H.

[2] 1273–1360 n. H.

[3] 1234–1320 n. H.

[4] 1217–1270 n. H., der Autor des Tafsirs rūḥ al-maʿānī.

[5] 1170–1237 n. H.

[6] 1050–1143 n. H.

[7] 977–1061 n. H.

[8] 904–984 n. H.

[9] 831–922 n. H.

[10] 745–836 n. H.

[11] 664–754 n. H.

[12] 587–672 n. H.

[13] 510–597 n. H.

[14] Koran 57:4.

[15] Koran 85:12–16.

[16] Koran 50:15.

[17] Koran 50:16.

[18] Koran 50:17.

[19] Koran 50:18.

[20] Koran 50:19.

[21] Koran 50:20.

[22] Koran 50:21.

[23] Koran 50:22, übersetzt von F. Rückert.

[24] Koran 50:23, übersetzt von F. Rückert.

[25] Koran 50:24.

[26] Koran 50:25, übersetzt von F. Rückert.

[27] Koran 50:26, übersetzt von F. Rückert.

[28] Koran 50:27.

[29] Koran 50:28.

[30] Koran 50:29.

[31] Koran 50:30.

[32] Koran 50:35.

[33] Koran 50:36.

[34] Koran 45:21, übersetzt von F. Rückert.

[35] Koran 37:180–182.

 

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